„Wir melden uns bei Ihnen“ „We’ll get back to you“

Gibt es einen Satz in der Jobsuche der eine ähnliche Lawine an Emotionen verursacht?

  1. Hab ich den Job?
  2. Jetzt sind es schon 10 Tage, sollte ich mal nachhaken?
  3. Sie nehmen, mich nicht, sie nehmen mich nicht, sie nehmen mich nicht…

Niemand, der noch nicht über mehrere Monate auf Jobsuche war, kann das nachvollziehen. Sie können nicht nachvollziehen, wie viel Kraft man braucht, um sich von der Lawine, vor allem den negativen Teil, nicht begraben zu lassen.

Ich verstehe nun endlich diese ganzen seltsamen Posts, die die Jobsuche mit dem amerikanischen Daten vergleichen. Wie bei den ersten paar Verabredungen mit einem Mann muss man bei der Jobsuche verfügbar, und doch nicht zu anhänglich sein. Es wurde noch kein Vertrag unterschreiben und Worte sind Schall und Rauch. Das Daten ist zum ersten Kennenlernen, zum Ausloten und gegenseitigem Einschätzen da.

Das bedeutet für mich, dass ich Bewerbungsgespräche gut vorbereite und ernst nehme. Es bedeutet auch, dass ich versuche mir keine übermässigen Gedanken zu machen, wenn sich ein Arbeitgeber nicht im vorhergesehenen Zeitraum meldet. Ich warte nicht tatenlos, bis ich die Zusagen zum Job meiner Träume bekomme. Solange der Vertrag noch nicht aufgesetzt wird, schreibe ich immer weiter Bewerbungen. Ansonsten liegt zu viel Druck auf dem einen Gespräch und die Enttäuschung ist gross, wenn sich nichts daraus ergibt. Und was man als Jobsucher nicht braucht, sind unnötiger Druck und Beeinträchtigungen unserer Motivation.

Das wissen wir alle und trotzdem…habe ich jedes mal ein nervöses Kribbeln im Bauch wenn ich morgens meine Mailbox öffne:

Hab ich den Job?

(source: picjumbo.com)

(source: picjumbo.com)

An open cover letter to that person possibly reading my job application

Nothing to add, she nailed it 🙂

Leftovers from Friday

To whom it may concern,

Thanks for taking the time to read this letter!

I assure you, at least in terms of breaking up the monotony that is hiring a new employee, it’s the best decision you’ve made today.

 I’m sure you’ve received dozens like it, promising exciting job-applicable traits like “Team-Player!” and “Hard-Working” and “Dedicated” and “Passionate!” I’m sure all of them have various examples of such traits like “That one time I saved a several hundred thousand dollar deal from falling through the cracks just because I spell-checked every word in a 200-page memo (showcasing their dedication, attention-to-detail, meticulousness, potential brilliance)” or “That other time I was involved in landing an account that you may know of by the name of HUGE TECH COMPANY (demonstrating their perseverance, persuasion, competitiveness).” I’m sure they are well-spoken individuals, promising longevity, increased revenue, innovative ground-breaking ideas, extensive connections and above all, a personality…

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Sinn und Unsinn eines Besuches bei einem Jobcoach

Besser spät als nie 🙂

Also ich war nun bei meinem Coach, insgesamt 3x.

Warum? Nachdem ich wieder arbeitslos wurde, war ich bereit jeden, jeden, jeden Job anzunehmen. Das ist kontraproduktiv, wenn man wirklich den Job sucht, der gut zu einem passt und den man auch 40 Jahre lang erfolgreich machen soll. Also rieten mir liebe Kollegen zu einem Coach.

Wie gefunden? Ich bin schon ziemlich selbst reflektierend. Ich war mir nicht sicher, was mir ein Coach erzählen könnte, was ich mir nicht selbst erarbeiten kann. Das Stichwort hier ist professionell! Natürlich kann ich Ratgeber lesen, Feedback bei Kollegen, Freunden und Familie abholen. Aber ein Coach kann die wichtigen Dinge für die Jobsuche (Was sind die überhaupt?) schneller und effizienter erfassen. Also hab ich über Gelbe Seiten mal geschaut, wer bei mir in der Gegend so unterwegs ist. Die Websites, welche mir sympatisch waren, habe ich genauer studiert. Dann habe ich einfach angerufen.

Inhalte: Mein Coach hat sich schon bei diesem ersten Gespräch 1,5 Stunden Zeit genommen (ohne dass schon berechnet wurde!) Wir haben besprochen, was ich mir grundsätzlich von ihr verspreche und wo es konkret drückt.

In den Sitzungen haben wir die Merkmale meines Traumjob herausgearbeitet, die 5 Säulen meiner Identität und meine Talente.

Daraus haben wir meinen “Elevator Pitch” destilliert: Was will ich in maximal 5 Minuten zu einem potentiellen Arbeitgeber über mich sagen, hätte ich nur eine Aufzugfahrt lang Zeit, meine USPs sozusagen.

Fazit: Mit einem unbeteiligten Dritten über mein Leben und die Jobsuche zu reden war sehr erhellend. Sie hat Aspekte gesehen und Fragen gestellt, die Kollegen, Freunden oder Familie nie in den Sinn gekommen sind. Sie konnte ganz ohne Druck mit mir auch über Fehler oder schwierige Dinge reden, was man natürlich gerade mit den Eltern nicht unbedingt kann 😉

Wenn ihr also das Geld übrig habt (vorher klären was die Sitzungen kosten werden) lohnt sich so ein Coach auf alle Fälle!

Über die Jobsuche

Ihr kennt mich nicht. Ich bin Alexandra. Ich bin in Asien, Afrika und Europa aufgewachsen. Ich habe studiert. Ich bin Anfang Dreißig und wieder auf der Suche nach einem Job.

Hier möchte ich meine Erfahrungen bei der Jobsuche festhalten, um dazuzulernen.
Ich möchte mich in der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation bewerben. Also interessieren mich gute Artikel. Ich werde ihre Struktur in meinen Lieblingszeitungen analysieren, mir gute Autoren merken und diese weiter verfolgen, vielleicht sogar auf Twitter.
Twitter möchte ich wie die Netzwerke von LinkedIn und Xing nutzen, um schnell die Informationen  zu bekommen, die mir für die Kommunikationsbranche noch fehlen. Außerdem erhoffe ich mir noch bessere Vernetzungsmöglichkeiten von Twitter als von LinkedIn.

Ich muss sagen, dass mit die Netzwerke Xing und LinkedIn für die Jobsuche gut gefallen. Sofern man sich bei seiner letzten Stelle schon mal ein kleines Netzwerk aufbauen konnte, lassen sich Empfehlungen und Referenzen dazu nutzen, das Netzwerk weiter auszubauen. Und natürlich muss man schreiben, schreiben, schreiben: Im eigenen Profil, in Foren, an andere Mitglieder. Das direkte Feedback  machen für mich die Jobsuche sehr viel weniger frustrierend als vorher. Man wartet nicht wochenlang auf eine, meist nicht einmal eintreffende, Reaktion, wie wenn man sich konventionell über Firmenportale bewirbt.

„Wir haben ihre Unterlagen erhalten…aufgrund der Vielzahl an Bewerbungen…melden wir uns baldmöglichst.“

Und dann kommt eben nichts! Nicht einmal eine Absage! Leider ist häufig nicht einmal grob herauszubekommen, woran die Absage lag. Also bewirbt man sich weiter, bekommt für nur 2 Bewerbungen von 8 eine Antwort und nur bei 2-3 aus 20 eine weitere Nachfrage oder ein Bewerbungsgespräch.

Also gehe ich seit kurzem zu einem Coach. Ich erhoffe mir dadurch, dass ich meine Bewerbungen zielgerichteter und mit mehr Erfolg verschicken kann. Und dass ich meine Stärken und Talente besser kennenlerne und diese im gesamten Bewerbungsprozess besser platzieren und vermitteln kann.

Einen Update gibt es die Tage, bis dann 🙂